CSD

Duisburg

Nachlese zum CSD Duisburg 2016 von Joachim Müller

Joachim Müller, im Referat für Gleichberechtigung und Chancengleichheit zuständig für den Bereich vielfältige Lebensformen, hat eine liebevolle und absolut treffende Nachlese zur letzten Veranstaltung der Kulturwoche und zum CSD-Samstag verfasst:

Es ist GESCHAFFT!!!!!

Zum einen der Abschluss der CSD-Kulturwoche am Freitag mit der Ausstellungseröffnung "Max ist Marie - Mein Sohn ist meine Tochter ist mein Kind" mit prominentem Besucher Ralph Morgenstern. Dazu hat unser Ralf, vom Blumenladen im Averdunk, sich selbst überboten. Er hat den gesamten Ausstellungsraum mit kleinen Sträußen und Gestecken aufgehübscht. Und eine Regenbogenbanderole vor dem Eingang gespannt, die natürlich mit einer Regenbogenschere durchschnitten worden ist. Dafür nochmal tausend Dank. Abgerundet wurde das ganze durch Andrea Krieger, Schlau-Sprecherin aus Dortmund, sie ist im Blog zur Ausstellung vertreten und hat uns erzählt, wie die Künstlerin bei der Erstellung der Fotos vorgeht und wie die Atmosphäre beim Shooting war. Zu Getränken und Snacks gab Andrea noch eine Einführung in die zurzeit geltenden rechtlichen Belange von Trans*Menschen und welche Aufgaben noch vor uns liegen.

Zum anderen das Großereignis CSD 2016 in Duisburg. Motto: Hafen der Vielfalt! Genialstes Wetter! Der Aufbau - natürlich etwas stressig. Wir lieben nun mal das Drama! Dann Flaggenhissung vor dem Rathaus. Auch hier leichte Irritationen. Bürgermeister Osenger ist der Meinung, der Oberbürgermeister Sören Link hätte zwischenzeitlich abgesagt. Zum Glück nur falscher Alarm. Mit feuerrotem Kopf, der Ärmste hat sich vortags einen nicht zu übersehenden Sonnenbrand am Kopf zugezogen, fragte er lässig, ob er auch noch mitmachen dürfe. Die Presse stürzte sich gleich auf das neue Fotoobjekt und wurde zusätzlich belohnt, denn Ralph Morgenstern ist auch zur Flaggenhissung erschienen.  Was für ein Bild: Oberbürgermeister Sören Link, Ralph Morgenstern, der Landtagsabgeordnete Frank Börner, Bürgermeister Osenger und Christian Karus (Mr. DU Gay e.V.) mit der Regenbogenflagge nebeneinander.

Mal ein kleiner Zwischenkommentar. Der Einsatz von Ralph Morgenstern für den CSD Duisburg ist einfach großartig. Wenn er nicht den Akzeptanzpreis "Die Brücke der Solidarität" schon erhalten hätte, müsste man ihn damit auszeichnen. Er war nicht nur dieses Jahr aktiv bei der  Kulturwoche und dem CSD vertreten, sondern auch die letzten Jahre davor. Da häng´ ich mich doch aus dem Fenster und schicke von uns allen ein Standing Ovation an Ralph Morgenstern.

Oberbürgermeister Sören Link schaffte dann auch, dass kurz Ruhe eintrat bei der Flaggenhissung. Er gedachte der neun Toten vom Amoklauf aus München mit einer Schweigeminute. Mit einer kurzen innovativ prägnanten Rede wies er ausdrücklich auf die Rollback-Situation in Deutschland hin und dass ein jede_r daran mitzutragen hat, sich für Vielfalt und Akzeptanz einzusetzen. Auch eine Stadt kann sich positionieren, indem sie, wie Duisburg, die Flagge vor dem Rathaus hisst.

Dann Start der ersten CSD-DEMO vom Rathaus Duisburg über die Münzstraße, Kuhstraße, dem Sonnenwall, die Wallstraße, Düsseldorfer Straße und Königstraße bis zum CSD-Platz. Dazwischen zwei Stopps. Am Brunnen auf der Kuhstraße sprach Harry Kirchwehm (together e.V.) und wies schwerpunktmäßig auf die Situation von Coming-Out-Hilfen in Duisburg und am Niederrhein hin. Vor dem Lifesaver sprach der Landtagsabgeordnete Frank Börner und betonte die Wichtigkeit von CSDs nicht nur in Metropolen wie Köln und Berlin, sondern auch im Ruhrgebiet in Städten wie Duisburg, um zu zeigen, dass es die Community überall gibt und dass sie sich auch überall engagiert.

Bleibt nur noch das Straßenfest zum CSD. Die Reaktionen der Menschen auf´s Bühnenprogramm - durchweg positiv. An den Ständen gute Laune und Gespräche. Zwischenfälle - leider einer. Er traf ausgerechnet unseren neuen Herzenslust-Mitarbeiter. Ein Stalker, dem die Hand ausgerutscht ist. Lieber Raphael, ich hoffe Du hast den kurzen Schrecken schon verwunden.

Vom Bühnenprogramm selbst habe ich leider nicht viel mitbekommen. Die Musik, die zu den Ständen ständig herüber wehte, sorgte jedenfalls für eine gute Grundstimmung und das kann ich beurteilen, da ich den Stand von Hokudu unterstützt habe. Bleibt mir also nur noch festzustellen: Der CSD 2016 war eine hundertprozentig gelungene Veranstaltung für den Kampf gegen den Rechtsruck in Duisburg und für mehr Akzeptanz von LSBTI*.

Das waren Programm und Werbung für den CSD:

CSD Duisburg 2016 - "Hafen der Vielfalt"

Unter diesem Motto steht der diesjährige Christopher Street Day Duisburg.

Ort: König-Heinrich-Platz (die Bahnhofsplatte ist Baustelle!).

Datum: 23.07.2016 von 12 bis 21 Uhr

Vor dem Duisburger Rathaus wird wieder die Regenbogenfahne gehisst. Anschließend wird erstmals eine CSD-Demo durch Duisburg ziehen zum König-Heinrich-Platz.

Dort wird es wieder ein tolles Bühnenprogramm geben und das Straßenfest mit vielen Infoständen stattfinden. Zu Futtern und zu Trinken gibt es auch für jeden Geschmack von süß bis deftig.

Also: Wir sind am 23.07.2016 da – bist Du auch dabei?

Weitere Infos auf der CSD-DU Homepage: www.csd-du.de

und auf Facebook: www.facebook.com/CsdDuisburg

Akzeptanzpreis

Dieses Jahr wird Katy Karrenbauer der Akzeptanzpreis verliehen. Diesen bekommt immer eine Person, die sich besonders für die Belange und die Gleichstellung der schwul-lesbischen Gemeinschaft engagiert hat. Preisträger im vorigen Jahr war Thomas Hitzlperger.

Katy Karrenbauer hat mit Ihrem sozialen Engagement für Dunkelziffer e.V., als Botschafterin für das Kinderhospiz Sonnenhof in Berlin und ihrem Einsatz für die Berliner AIDS-Hilfe einen nachhaltigen Beitrag für unser Gesellschaftsgefüge geleistet. In diesem Jahr steht der CSD unter dem Motto „Duisburg – Hafen der Vielfalt“, - so schließt sich der Kreis, als Preisträgerin eine derart facettenreiche Künstlerin wie Katy Karrenbauer auszuzeichnen.

Programmhöhepunkte

Folgende Bands und Künstler_innen sind dabei:

  • We are Diamonds
  • Gerwin Ruske
  • Antenne Lila
  • Lian Carter
  • Schautanzgarde der „MüKaGe“
  • Mave O´Rick
  • Zeitflug
  • Die Diamond Girls
  • Michelle Charell & Dolly van Wyk
  • u.v.m.

Insgesamt stehen neun Stunden Kurzweil auf dem Programm. Aber das ist noch lange nicht alles. Bis in den Morgen kann weitergefeiert werden auf der Offiziellen After-CSD-Party im Tentorium (Hamborn) und den After-CSD-Partys in den Duisburger Szene-Lokalen.

Zeitplan und alle weiteren Infos kannst du dem Programmheft entnehmen.

Queere Kulturwoche vom 16. bis 23. Juli

Wie im Vorjahr wird es zum CSD Duisburg ein Programm mit vielen kulturellen Highlights geben. Es startet am 16. Juli mit der Benefiz-Gala und endet am 23. Juli mit der Abschluß-Party. Die Infos zu den einzelnen Veranstaltungen findest du im Terminkalender.

Offizielle After-CSD Party im Tentorium

CSD in NRW

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Freitag, 2. Dezember 2016

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