Donnerstag, 23. Januar 2020

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Film: JUDY

Film Judy
Do 02.01.2020 ⇒ Mi 15.01.2020
Duisburg: filmforum | Essen: Glückauf + Eulenspiegel | Mülheim: Rio | Oberhausen: Lichtburg

JUDY läuft zur Zeit in mehreren Kinos und mit diversen Startzeiten hier im Raum.

Renée Zellweger verkörpert im Biopic die Schauspielerin Judy Garland auf ihrer letzten Konzerttour in London 1968.

USA 2019 | 118 Minuten | deutsch synchronisierte Fassung | FSK 0

Regie:  Rupert Goold | Mit: Nicolas Gob, Alban Lenoir, Michaël Abiteboul, David Baïot u. v. a.

Judy Garland (Renée Zellweger) nimmt die Pille. Zum Aufputschen. Sie hat auch solche, die den Star schlafen lassen. Wie es gerade passt. Ihre Kinder Lorna (Bella Ramsey) und Joey (Lewin Lloyd) sind froh, dass sie heute Muntermacher schluckt. Denn sie sind ganz anderen Kummer gewöhnt. 1968 ist Judy, die im „Zauberer von Oz“ nach Hause wollte, heimatlos. Steuerschulden drücken sie. Ihr Ex-Mann Sidney Luft (Rufus Sewell) will das Sorgerecht. London endlich bietet einen Ausweg aus der Klemme: Der Clubbesitzer Bernard Delfont (Michael Gambon) bietet ihr Auftritte im renommierten „Talk of the Town“ an. Und wirklich: Judy wird mit ihren Shows zum Stadtgespräch. Der junge Mickey Deans (Finn Wittrock) wird für sie zu mehr als einem guten Freund. Doch der Erfolg hat seinen Preis. Judy muss ihre Kinder in Amerika zurücklassen.

Regisseur Rupert Goold, ein ausgesprochener Shakespeare-Spezialist, wagt sich ans Ende des Regenbogens vor. Das ist auch der Titel der Theatervorlage von Peter Quilter für das Bio-Pic JUDY. Probleme schmelzen hier nicht mehr wie Zitronenbonbons. Die Frau in ihren späten Vierzigern löst sie in Alkohol auf, schluckt sie mit Drogen runter. Goold konzentriert sich auf das Finale, um dabei immer in die Zeit über dem Regenbogen zurückzuspringen. Zu einem Louis B. Mayer, der seinen Kinderstar brutal triezt, zu einem Ehemann und Regisseur, der ihr die Pommes verbietet, damit Judy nicht die schlanke Linie verliert. Der Film beschreibt ein tragisches Leben, belässt seiner Heldin jedoch alle Würde. Bis zum Schluss. Renée Zellweger, die sehr gut weiß, dass es unterm Regenbogen vor allem regnet, spielt die zerbrechliche, freilich nicht gebrochene Frau. Die Songs hat sie selbst eingesungen. Für ihren (nicht nur im Film) gefeierten Auftritt erhielt die Schauspielerin den britischen Independent-Filmpreis als beste Darstellerin. Chancen auf höhere Weihen keineswegs ausgeschlossen.

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=YlcBKFCrEbw